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Tipps und Infos für Tagespflegepersonen

5. Finanzplanung - a. Honorar
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Tipps und Infos für Tagespflegepersonen
a. Allgemein
a. Honorar
b. Pflegegeld
c. Zuschüsse
d. Steuern
e. Sozialabgaben
f. Betriebskosten
g. Auslagen
h. Finanzcheck
i. Fragebogen zur steuerlichen Erfassung
j. Angaben zur Sozialversicherung in der Steuererklärung
Mitglieder dürfen gerne individuelle Fragen an das Laufstallteam schicken.
Melden Sie sich hierfür bitte an!
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Das Honorar ist neben der Sachaufwandsentschädigung (Pflegegeld) Bestandteil der Geldleistung für die Betreuung eines Tageskindes. Als selbstständige Tagespflegeperson bestimmen Sie selbst unter Berücksichtigung des Aspektes der Wirtschaftlichkeit die Konditionen, zu denen Sie Ihre Betreuungsdienste anbieten. Nutzen Sie auch unseren Pauschalrechner, um ihr monatliches Honorar pro Tageskind zu kalkulieren. Die Summe der Honorare für alle Kinder, mit denen Sie aufgrund Ihrer amtlichen Pflegeerlaubnis ausgebucht wären, entspricht Ihrem maximal erzielbaren Bruttoeinkommen. Dies gilt sowohl für Leistungen, die Sie direkt mit den Eltern abrechnen, als auch für die Vergütung, die Sie von Ihrem Jugendamt für staatlich geförderte Tageskinder erhalten. Das Honorar ist als Einnahme aus Ihrer selbständigen Tätigkeit als Kindertagespflegeperson nach § 18 EStG einkommensteuerpflichtig

Vergütung gemäß § 23 SGB VIII für die Kindertagespflege im öffentlichen Auftrag
Erfüllen die Eltern die Bedingungen für eine staatliche Förderung eines Tageskindes laut Externer Link zu: http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_8/__24.html § 24 SGB-VIII, zahlen diese einen Elternanteil entsprechend ihrem Einkommen an das Jugendamt, welches dann das Betreuungsentgelt an die Tagespflegeeltern zahlt. Anders als bei einer rein privaten Betreuung wird die Höhe des staatlichen Fördersatzes von den Kommunen vorgegeben. Die kommunalen Vergütungssysteme sind bundesweit völlig verschieden, so dass auch die Stundensätze von Ort zu Ort sehr stark variieren können. Sie müssen sich also darüber informieren, welche Tarife Ihr zuständiges Jugendamt oder Ihr Träger für die Kindertagespflege bezahlt.

Leistungsgerechte Vergütung ... was bedeutet das?
Entspricht der Satz, den das Jugendamt an die Tagespflegeperson zahlt, auch unter Berücksichtigung sonstiger Konditionen wie Urlaubs- und Krankheitsregelungen nicht Ihren Vorstellungen oder Erfordernissen, müssen Sie mit Ihrem Jugendamt klären, ob Sie den Eltern den Differenzbetrag privat in Rechnung stellen dürfen. Oft geht dies auch aus dem Bescheid über die Pflegeerlaubnis oder der Betreuungsvereinbarung zwischen Ihnen und dem Jugendamt hervor.
Das KiföG (Kinderförderungsgesetz) macht den Stadtverwaltungen für Ihre Tarifgestaltung jedoch einige bundesweit einheitliche Vorgaben. So ist z. B. unter Externer Link zu:http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_8/__23.html § 23 SGB VIII festgelegt, dass die laufende Geldleistung neben der Erstattung von Sachaufwendungen (siehe Pflegegeld) und der Beteiligung an den Sozialabgaben (siehe Zuschüsse), auch einen Betrag zur Anerkennung der Förderungsleistung umfassen muss, der leistungsgerecht ausgestaltet sein muss. Laut Schreiben des Bundesministerium für Familie, Senioren Frauen und Jugend (BMFSFJ) "Fakten und Empfehlungen zu den Neuregelungen in der Kindertagespflege" müssen diese Bestandteile der laufenden Geldleistung wegen der gerichtlichen Überprüfbarkeit von den Jugendämtern auf den Abrechnungen einzeln aufgeführt werden. Die leistungsgerechte Vergütung bezeichnet das BMFSFJ als „Schlüssel zum Ausbau der Kindertagespflege", da nur hierdurch hinreichend Anreize für eine Tätigkeit in der Kindertagespflege geschaffen werden. Die Kommunen sollen diese Vorgaben nach und nach umsetzen, jedoch wird in Einzelfällen sowohl politischer als auch gerichtlicher Druck seitens der Tagespflegepersonen erforderlich sein, um diese Ansprüche bei den Behörden auch wirklich geltend zu machen.

Private Aufstockung der öffentlichen Vergütung
Eine grundsätzliche, vor allem bundesweit einheitlich verbindliche Regelung darüber, ob es bei einem staatlich geförderten Betreuungsverhältnis auch Vereinbarungen über private Zuzahlungen der Eltern an die Tagespflegeperson geben darf, gibt es nicht. Dies zeigt auch das Schreiben des BMFSFJ "Fakten und Empfehlungen zu den Neuregelungen in der Kindertagespflege", wonach solche Regelungen allein bei den zuständigen Trägern liegen. Allerdings heißt es hier, dass private Zulagen von Dritten – insbesondere der Eltern – in der Systematik der §§ 22 ff. SGB VIII grundsätzlich nicht vorgesehen seien. Toleriere das Jugendamt private Zuzahlungen der Eltern, lege dies den Schluss nahe, dass die vom Jugendamt gewährte laufende Geldleistung nicht die Kosten einer bedarfsgerechten Betreuung decke.
Werden Privatvereinbarungen mit den Eltern grundsätzlich untersagt (vielleicht sogar unter eidesstattlicher Erklärung), so kann dies nur für den Zeitraum des Förderbedarfs der Eltern geschehen. Hier ist also genau zu prüfen, für welchen Betreuungsumfang den Eltern vom Jugendamt eine Förderung bewilligt wurde.
Liegt nämlich zum Beispiel ein Anspruch von 15 Betreuungsstunden vor, die sich auf drei Tage verteilen, können Sie darüber hinausgehende Betreuungsleistungen privat abrechnen - zu den Konditionen, die Sie mit den Eltern vereinbart haben. Dies gilt auch für Urlaubs- und Krankheitsregelungen. Deshalb ist es äußerst wichtig, stets einen privatrechtlichen Vertrag mit den Eltern abzuschließen, selbst wenn zunächst ein Überschreiten des bewilligten Grundbedarfs nicht vorgesehen ist. Der Laufstall-Vertrag (Laufstall-Mitglieder finden diesen in ihrem Download-Bereich: Hier geht es zur Anmeldung) sieht spezielle Vereinbarungsvorschläge für diese Situationen vor.
Klären Sie weiterhin, ob Sie bei Bedarf den Eltern Sachaufwendungen (Pflegekosten) privat in Rechnung stellen dürfen, falls eine pauschale Erstattung durch den Träger die tatsächlichen Kosten nicht decken kann.
Zeigen sich Jugendamt oder Träger unflexibel und wenig kooperativ, sollten Sie prüfen, ob es unter wirtschaftlichem Gesichtspunkt überhaupt sinnvoll ist, ein öffentlich gefördertes Betreuungsverhältnis aufzunehmen. (siehe Wirtschaftlichkeit und Finanzcheck),
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Tipp: Stellungnahmen zu dem Thema Zuzahlung durch die Eltern
Stellungnahme des Deutschen Instituts für Jugendhilfe und Familienhilfe
Kostenbeteiligung_Eltern_TP.pdf
Stellungnahme des BMFSFJ zum Thema Zuzahlung gegenüber dem Bundesverband für Kindertagespflege e.V.
Stellungnahme_Familienministerium_Zuzahlung.pdf
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Rein private Abrechnung der Betreuungsleistung
Erfüllen die Eltern die Auflagen für eine staatliche Förderung der Kindertagespflege nicht, kann es trotzdem sein, dass das Jugendamt die Betreuungsleistung vergütet – und dann zum Beispiel von den Eltern den jeweils geltenden Beitragshöchstsatz verlangt. Ebenso ist es möglich, dass sich die öffentlichen Träger als nicht mehr zuständig sehen. Dann vereinbaren Sie mit den Eltern ein privates Betreuungsverhältnis, das auch privatrechtlich abgerechnet wird. Die Betreuung findet dann zu Ihren Konditionen als Tagespflegeperson statt, die Sie vertraglich mit den Eltern vereinbaren (siehe link-13).
Um zu ermitteln, wie hoch Ihr Honorar unter Berücksichtigung von Urlaubs-, Krankheits- und Feiertagsregelungen sein muss (siehe auch Wirtschaftlichkeit), nutzen Sie unseren Finanzcheck . Mittels dieser Hilfetools können Sie bei einem regelmäßigen Betreuungsbedarf den Eltern einige Finanzierungsangebote - zum Beispiel mit monatlichen Pauschalen und Betreuungs-„Flats“ – präsentieren. Das mit den Eltern vereinbarte Honorar (Betreuungsgeld) muss auf der Rechnung an die Eltern separat ausgewiesen sein und darf keine Pflegekosten (siehe Pflegegeld) und sonstige Neben- und Betriebskosten beinhalten. (Eltern können nur das reine Betreuungsentgelt, also Ihr Honorar, steuerlich geltend machen! Siehe Steuern)

Vertragliche Varianten des Honorars
Die klare Trennung des Honorars von den sonstigen Betriebskosten ermöglicht es Ihnen, die Konditionen zumindest rein privater Betreuungsverhältnisse den allgemeinen Einkommensverhältnissen dynamisch anzugleichen. Sie können die Betriebskosten regelmäßig den aktuellen Lebenshaltungskosten anpassen und trotzdem Ihr Honorar stabil halten - für Tarifverhandlungen mit den Eltern ist dies eine kluge Vorgehensweise. Viele Tagespflegepersonen vereinbaren auch gleich bei Abschluss des Betreuungsvertrags, unabhängig von einer flexiblen Gestaltung der Betriebskosten, eine automatische kontinuierliche Anpassung des Honorars an das allgemeine Lohnniveau um einen bestimmten Betrag oder festen Prozentsatz. Wie auch immer Sie vorgehen – eine transparente Preisgestaltung macht allen sichtbar, wie hoch die Vergütung der Arbeitsleistung ist und in welchem Umfang Sachaufwendungen zu Buche schlagen.

Auftrag ablehnen oder Betreuungsstunden abstimmen
Leider zwingt das Kinderförderungsgesetz die Tagespflegepersonen, ihre Entscheidung über die Aufnahme eines (weiteren) Tageskindes davon abhängig zu machen, inwiefern dieses Betreuungsverhältnis sich auf ihren Gewinn auswirkt. Aufgrund der gesetzlichen Vorgaben kann es für eine Tagesmutter sogar einen finanziellen Verlust bedeuten, wenn sie ein zusätzliches Kind aufnimmt - selbst wenn Kapazitäten und Pflegeerlaubnis vorhanden sind. Deshalb empfehlen wir, mit Hilfe unseres Finanzcheck ein optimales Honorar zu ermitteln, bevor Sie den Eltern konkrete Preisangebote machen. Gegebenenfalls müssen Sie das Angebot der Betreuungsstunden entweder reduzieren oder einen bestimmten (höheren) Betreuungsumfang voraussetzen – was dazu führen kann, dass Sie ein Betreuungsverhältnis, das „zeitlich nicht passend ist“, ablehnen müssen. Dabei spielt es keine Rolle, ob jemand für einen öffentlichen oder rein privaten Betreuungsauftrag anfragt. Dies macht für die Einkommenssituation der Tagespflegeperson keinen Unterschied.