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Tipps und Infos für Tagespflegepersonen

4. Tipps für die Praxis - e) Ein gutes Betreuungsverhältnis
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Tipps und Infos für Tagespflegepersonen
a) Tageskinder finden
b) Erstkontakt
c) Eingewöhnung
d) Vertragliches
e) Ein gutes Betreuungsverhältnis
f) Betreuung im Mietobjekt
g) Die passende Immobilie
h) Die eigene Homepage
i) Kooperationen mit Unternehmen
j. Welchen Fußboden sollte man für das Kinderzimmer wählen?
Mitglieder dürfen gerne individuelle Fragen an das Laufstallteam schicken.
Melden Sie sich hierfür bitte an!
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Sprechen Sie mit den Eltern über Details
Um langfristig und harmonisch mit den Eltern zusammenzuarbeiten, sprechen Sie im Vorfeld mit ihnen über möglichst viele Einzelheiten, über Vorlieben und Angewohnheiten des Kindes ebenso wie über Ihre Haltung zu Süßigkeiten oder Fernsehen. Je intensiver Sie mit den Eltern über deren Vorstellungen sprechen, desto eher können Sie entscheiden, ob es Reibungspunkte geben kann, die das Verhältnis stören können. Verzichten Sie im Zweifelsfall auf ein Tagespflegeverhältnis. Misstrauen und Streitigkeiten sind nicht nur für Sie untragbar – Kinder leiden sehr darunter, wenn zwischen Tagesmutter und Eltern Konflikte schwelen.

Planen Sie regelmäßige Elternabende ein, an denen Sie das Verhalten des Kindes besprechen und Erziehungsziele und -details durchgehen. Gespräche zwischen Tür und Angel – womöglich noch in Anwesenheit der Kinder – sind fehl am Platz und öffnen Missverständnissen Tür und Tor. Hier sollte nur ein tägliches „Update“ stattfinden, ob es Besonderheiten an diesem Tag gab. In einer entspannten Situation können Sie Konfliktpunkte leichter ansprechen. Machen Sie direkt einen konstruktiven Vorschlag, wie es zukünftig besser laufen kann. Vermeiden Sie es, die Eltern zu kritisieren oder gar zu bevormunden. Äußern Sie stets freundlich und sachlich, aber bestimmt, wenn etwas den Betreuungsablauf oder auch das Zusammenspiel zwischen den Eltern und Ihnen stört. Fressen Sie Missstände nicht in sich hinein, sondern sprechen Sie offen darüber. Oft stellt sich heraus, dass sich die Mutter mit einem Problem schon lange auseinander gesetzt hat, ihr aber bei vielleicht etwas heiklen Themen der Mut fehlte oder sich einfach keine Gelegenheit für eine Aussprache ergab.

Vertrauen, Respekt und klare Rollenverteilung
Es ist wichtig, dass die Eltern Ihnen Vertrauen und Respekt entgegenbringen. Zeigen Sie zwar der Mutter, dass Sie deren Rolle, zum Beispiel als berufstätige Mutter respektieren, aber achten Sie umgekehrt ebenso darauf, wie die Eltern Ihre Rolle als Tagespflegeperson betrachten. Die „Chemie“ zwischen Ihnen und den Eltern muss einfach stimmen.

Nicht nur für die Eltern, besonders für die Kinder ist es wichtig, dass die Rollen klar verteilt sind. Die Tagesmutter ist tagsüber liebevolle Ansprechpartnerin und Betreuerin des Kindes, die eigene Mutter ist und bleibt die einzige Mutter des Kindes. Indem Sie sowohl den Eltern als auch den Kindern gegenüber diese Rollen ganz deutlich machen, vermeiden Sie Verwirrung bei dem Kind und Eifersucht bei den Eltern.

Vereinbarungen müssen eingehalten werden
Halten Sie alle Vereinbarungen vertraglich fest. (Siehe Kapitel Vertragliches, ein geeignetes Vertragsmuster finden Sie auch unter Externer Email-Link zu:httphttp://www.tagesmuttervertrag.de ) Erziehungsziele und weitere Details lassen sich mit Hilfe eines Elternfragebogens (siehe unten) leicht klären und sind damit gleichzeitig schriftlich festgehalten. Denken Sie immer daran: Je klarer und durchsichtiger Ihre Vereinbarungen sind, desto besser klappt es mit den Eltern. Achten Sie darauf, dass diese Vereinbarungen möglichst immer eingehalten werden.

Es können natürlich nur solche Vereinbarungen getroffen werden, die auch in der Gruppe funktionieren. Alle Tageskinder sollten gleich behandelt werden. Erklären Sie den Eltern, wenn sie ihrem Kind schon mal eine Süßigkeit oder ein Milchbrötchen mitgeben wollen, dass entweder für alle Kinder etwas dabei sein muss oder solche Aktionen besser unterbleiben sollen. Außerdem lässt sich kaum für ein einzelnes Kind ein grundsätzliches „Süßigkeitenverbot“ durchsetzen

Ihr gutes Recht
Wenn ein Kind zum Beispiel häufig nicht pünktlich gebracht oder abgeholt wird, wenn Windelpakete vergessen werden oder auch Ihre Leistung nicht fristgemäß bezahlt wird, sprechen Sie mit den Eltern zeitnah darüber. Werden mehrfache Ermahnungen missachtet, ist dies ein ernstzunehmender Vertrauensbruch und bedeutet praktisch das Ende des Betreuungsverhältnisses. Akzeptieren Sie keinen Zahlungsverzug. Mahnen Sie frühzeitig (wenn möglich schriftlich) an, wenn Sie ständig Ihr Geld mehrere Tage nach dem vereinbarten Termin erhalten. Zögern Sie nicht, auch bei diesen relativ geringen Beträgen Ihr Geld notfalls gerichtlich einzuklagen. Im Grunde haben Sie dabei nichts zu befürchten, denn wofür sonst haben Sie einen Vertrag abgeschlossen.

Informieren Sie die Eltern über besondere Aktionen, wie zum Beispiel Besuche bei anderen Kindergruppen. Je nach Anlass macht es auch Sinn, die Eltern um deren Einverständnis zu bitten. Eltern können recht allergisch reagieren, wenn Sie das Gefühl bekommen, dass mit ihrem Kind etwas über ihren Kopf hinweg unternommen wird und sie einfach vor vollendete Tatsachen gestellt werden.

Zündstoff Erziehung
Besonderen Zündstoff bieten unterschiedliche Erziehungsvorstellungen. Wenn es zum Beispiel darum geht, auf dem Spielplatz Streit zwischen Kindern zu schlichten oder Grenzen aufzuzeigen, können Tagesmutter und Eltern eine recht unterschiedlich Herangehensweise haben. Erfahrungsgemäß funktioniert ein Betreuungsverhältnis am besten, wenn die Erziehungsvorstellungen soweit wie möglich übereinstimmen.

Es gibt Eltern, die über jeden Keks, den das Kind isst, benachrichtigt werden möchten und die Tagesmutter regelrecht gängeln, und es gibt Eltern, die vergessen, darauf hinzuweisen, dass das Kind die letzte Nacht zum Tag gemacht hat. Manche Tagespflegeperson kennt auch das Problem, dass sich das Spielzeug von Tag zu Tag dezimiert, und die Eltern das von den Kindern mitgenommene Spielzeug nicht wieder zurückbringen. Vermeiden Sie Auseinandersetzungen mit den Eltern vor den Kindern und achten darauf, dass sich Ihre Missstimmung nicht auf den Umgang mit den Kindern niederschlägt. Halten Sie auch die Eltern an, Konflikte mit Ihnen auf einen gesonderten Gesprächstermin ohne Kinder zu verlegen.

Fachliche Hilfe bei Konflikten
Wenn Sie mit Ihrem Latein am Ende sind und Konflikte mit den Eltern unlösbar erscheinen, können Sie sich an das Jugendamt oder eine andere Vermittlungsstelle wenden. Allerdings kann von einer Vermittlungsstelle nur dann Hilfe erwartet werden, wenn die Betreuung auch von dort vermittelt wurde. Das Jugendamt ist zwar verpflichtet bei Konflikten zu helfen, nur fehlt diesem in der Praxis der Bezug zur Situation, wenn es die Parteien nicht kennt. Handelt es sich um die Betreuung eines Kindes, die vom Jugendamt vermittelt oder sogar finanziert wird, sollten Sie bei Konflikten sehr rasch Kontakt zu Ihrem Sachbearbeiter aufnehmen. Es kommt nicht selten vor, dass Eltern versuchen, Betreuungspersonen beim Jugendamt „anzuschwärzen“ – teilweise mit völlig falschen Sachverhalten oder Unwahrheiten, weil sie für sich daraus irgendwelche Vorteile ziehen wollen. Die Jugendamtmitarbeiter sind zwar darauf geschult, solche Situationen zu erkennen, trotzdem ist es gut, wenn Sie solchen Situationen zuvor kommen können.

Es ist manchmal schwierig, jemanden zu finden, der wirklich kompetente und neutrale Hilfe bei Konflikten bietet, wenn man nicht einem Tagesmütterverein angehört oder sich als Eltern an eine Vermittlungsstelle gewendet hat. Es ist jedenfalls empfehlenswert, ein gutes Verhältnis mit den Jugendamtmitarbeitern zu pflegen. Wenn Sie mit einem bestimmten Jugendamtmitarbeiter nicht klar kommen, scheuen Sie nicht, sich an den Leiter des Jugendamtes zu wenden. Zeigen Sie immer Kompromissbereitschaft, ohne dabei Ihre Rechte aus den Augen zu verlieren.

Beendigung der Betreuung
Wenn das Kind in den Kindergarten kommt oder aus anderen Gründen das Pflegeverhältnis beendet wird, bedeutet dies eine Trennung für das Kind. Sprechen Sie rechtzeitig mit den Eltern, damit diese Ihre Kinder auf den anstehenden Abschied vorbereiten können. Vereinbaren Sie mit den Eltern eine Kündigungsfrist – vier Wochen Frist sollten auf jeden Fall eingehalten werden (siehe Vertragliches).

Optimal wäre es, wenn die Betreuungszeit allmählich reduziert werden kann und nicht von einem auf den anderen Tag jäh endet, damit das Kind Zeit zur Entwöhnung hat.
Ideal ist es, wenn der Kontakt nicht ganz abbricht und Sie und Ihre ehemaligen Pflegekinder sich auch später noch einmal treffen können. Sicherlich ist es auch für Sie schön zu wissen, wie es Ihren Schützlingen in den nächsten Lebensjahren geht. Und in einigen Fällen möchten die Eltern vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt auf Ihre Dienste zurückgreifen können, wenn zum Beispiel das spätere Kindergarten- oder Schulkind eine Übermittag-Betreuung braucht. Das beste, das Ihnen passieren kann ist, wenn Eltern so zufrieden mit Ihrer Arbeit waren, dass sie auch ihren neuen Nachwuchs wieder von Ihnen betreuen lassen möchten.