Impressum AGB Kontakt Über uns Partner Hilfe
Das Portal für Kindertagespflege
Home
Tagespflegezentrale
Betreuungsstellen-Angebote Betreuungsstellen-Gesuche
Termine & Veranstaltungen
Tipps & Infos
Neues zur Tagespflege
Mit Kindern leben
Mitreden
Mein Laufstall
Mitglied werden
Anmelden
Link: Neues zur Tagespflege

Tipps und Infos für Tagespflegepersonen

4. Tipps für die Praxis - c) Eingewöhnung
 title=
Tipps und Infos für Tagespflegepersonen
a) Tageskinder finden
b) Erstkontakt
c) Eingewöhnung
d) Vertragliches
e) Ein gutes Betreuungsverhältnis
f) Betreuung im Mietobjekt
g) Die passende Immobilie
h) Die eigene Homepage
i) Kooperationen mit Unternehmen
j. Welchen Fußboden sollte man für das Kinderzimmer wählen?
Mitglieder dürfen gerne individuelle Fragen an das Laufstallteam schicken.
Melden Sie sich hierfür bitte an!
 title=
Eltern sollten die Eingewöhnung begleiten
Optimal ist es, wenn die erste Orientierung des Kindes in Ihrer Wohnung durch Vater oder Mutter des Kindes über einen gewissen Zeitraum begleitet wird. Zumindest in den ersten drei Tagen, die als entscheidende Phase für die Eingewöhnung gelten, sollte ein Elternteil grundsätzlich dabei bleiben. Wenn z.B. die Mutter die Eingewöhnung begleitet, sollte sie sich möglichst im Hintergrund halten, zum Beispiel ruhig auf einem Stuhl sitzen und als vertraute Person dem Kind bei seinen ersten Entdeckungstouren durch die neue Umgebung durch reine Anwesenheit Sicherheit geben. Wenn das Kind in einer Situation überfordert ist oder Angst hat, wird es bei der Mutter Schutz suchen und sich anfangs auch nur von dieser trösten lassen. Es ist wichtig, dass die Mutter ihr Kind dann auch tröstet und nicht versucht, es zu Ihnen zu schicken. Lassen Sie das Kind von selbst auf Sie zukommen. Das Kind darf nicht gedrängt werden, sondern bestimmt das Tempo der Eingewöhnung selbst. Es geht in diesen Tagen vor allem darum, dass das Kind lernt, dass es in der neuen Umgebung sicher ist und Ihnen vertrauen kann.

Fremdeln bei Kleinkindern
Gerade in der Altersklasse der 0-3jährigen Kinder ist es normal, dass ein Kind zu Anfang „fremdelt“ und Schutz bei einer ihm vertrauten Person sucht. Dies hängt damit zusammen, dass sich Kleinkinder ab dem 5. Monat stärker visuell orientieren und nun noch besser zwischen vertrauten und nicht vertrauten Menschen unterscheiden können. Ein etwa viermonatiges Kind wird sich demnach von ihm fremden Personen meist leichter trösten lassen, als ein einjähriges Kind. Ab etwa drei Jahren wird das „Fremdeln“ meist etwas weniger. Wie stark das Kind Schutz bei vertrauten Personen sucht, hängt neben dem Alter natürlich auch von seiner Persönlichkeit ab. Dieses Verhalten ist jedoch normal und ein nicht unbedeutender Schutzmechanismus.

Nach den ersten Tagen
Wenn die ersten Tage gut geklappt haben, das Kind sorglos scheint und sich an Sie und die Umgebung gewöhnt hat, kann die Mutter einen ersten Versuch unternehmen, sich von dem Kind zu verabschieden. Sie sollte allerdings auf jeden Fall in der Nähe bleiben. Wenn das Kind mit Weinen reagiert und Sie das Gefühl haben, dass es sich von Ihnen nicht trösten lässt, können Sie die Mutter nach ein paar Augenblicken wieder hinzuholen.

Zeitdauer der Eingewöhnung
Die Eingewöhnungszeit dauert meist zwischen ein bis zwei Wochen. In den ersten Tagen reicht es, wenn das Kind und seine Vertrauensperson ein bis zwei Stunden bei Ihnen sind. Wie lange diese Anwesenheitszeit ist, richtet sich auch danach, ob das Kind erkennbar belastet scheint oder sich auch noch nach zwei Stunden wohl fühlt. Ab dem Zeitpunkt, an dem das Kind Sie als Vertrauensperson akzeptiert und sich zum Beispiel von Ihnen trösten lässt, ist die Eingewöhnung gelungen. Wenn es den Eltern möglich ist, sollte das Kind in den ersten zwei Wochen möglichst nur halbtags von Ihnen betreut werden. Denn wenn die Trennungszeit schon zu Beginn sehr lang ist, reagiert das Kind unter Umständen mit Verlustängsten. Machen Sie die Eltern darauf aufmerksam, dass es wichtig ist, sich immer von ihrem Kind zu verabschieden. Ein hektisches „Zwischen-Tür-und-Angel-Abgeben“ sollte nicht nur in der Eingewöhnungsphase, sondern grundsätzlich vermieden werden. Wenn das Tageskind bei Ihnen morgens abgegeben wird, sollten die Eltern etwa 10 Minuten einplanen, um das Kind in die andere Umgebung zu begleiten. Der Abschied selbst soll nicht unnötig in die Länge gezogen werden. Dass ein Kind beim Abschied von den Eltern schon einmal weint, kann passieren. Allerdings lässt es sich eher trösten, wenn die Eltern ihm die Sicherheit geben, dass sie wiederkommen und nicht einfach verschwunden sind.

Haben abgebende Eltern damit Probleme, müssen Sie einschreiten! Machen Sie den Eltern auf jeden Fall klar, dass der Abschied liebevoll aber sehr bestimmt sein muss. Je mehr Probleme die Eltern mit der Situation haben, desto schwieriger wird sich das Kind verhalten. Nur wenn die Eltern es schaffen, dem Kind zu vermitteln, dass alles so ist, wie es sein soll, dann wird das Kind dies mit der Zeit auch akzeptieren und den Abschied besser hinnehmen können.

Richtige Planung verhindert Stress
Die Eingewöhnungsphase ist nicht nur für das Kind mit Stress verbunden. Auch Sie werden viel Zeit und Energie aufwenden, um dem Kind die Eingewöhnung zu erleichtern und eine Beziehung zu ihm aufzubauen. Wenn Sie mehrere Tagespflegekinder betreuen wollen, nehmen Sie möglichst nie mehr als ein Kind pro Woche auf. Informieren Sie die Eltern möglichst frühzeitig darüber, wie sie gemeinsam die Eingewöhnung gestalten. Die Eltern sollten sich einen Zeitraum von drei bis vier Wochen so weit freischaufeln, dass sie die Eingewöhnung des Kindes stressfrei begleiten können und in den ersten Wochen auch nur eine Halbtagsbetreuung stattfinden kann.

Eingewöhnung ist Betreuungsarbeit
Die Eingewöhnungsphase legt den Grundstein für eine dauerhafte Beziehung zwischen Kind und Tagespflegeperson oft für mehrere Jahre. Deshalb erfordert die Eingewöhnung von der Tagespflegeperson höchste Aufmerksamkeit und ihre gesamte Erfahrung. Da ist die anfängliche Anwesenheit der Mutter oder des Vaters auch nicht unbedingt hilfreich, eher im Gegenteil, wenn auch noch die Eltern an die neue Situation gewöhnt werden müssen. Deshalb ist es auch völlig korrekt, wenn die Zeit der Eingewöhnung, auch unter Anwesenheit der Mutter oder des Vaters, mit dem normalen ausgehandelten Stundensatz in voller Höhe honoriert wird. Auch wenn die eigentliche Betreuungszeit eventuell erst zu einem späteren Zeitpunkt beginnt, sollten bereits vor der Eingewöhnung alle Formalitäten, wie die Unterzeichnung des Vertrags und das Ausfüllen des Elternfragebogens erfolgt sein. Die Eingewöhnung dient nur dazu, das Kind (und manchmal auch die Eltern) auf die Trennung vorzubereiten und darf von den Eltern nicht als Probezeit der Tagespflegeperson im arbeitsrechtlichen Sinne betrachtet werden. Geben Sie den Eltern zu verstehen, dass die Betreuungsarbeit sich während der Eingewöhnung von der täglichen Tagespflege deutlich unterscheiden kann.

Rechtzeitig „Nein“ sagen
Bevor Sie ein Kind in Tagespflege übernehmen, sollten Sie herausfinden, ob Mutter und Vater des Kindes wirklich davon überzeugt sind, dass ihr Entschluss, das Kind zur Tagesmutter zu geben, richtig ist! Wenn die Eltern dieses vom Verhalten des Kindes abhängig machen wollen, brauchen Sie die Eingewöhnung gar nicht erst zu starten. Ihre unentschlossene Haltung wird dem Kind suggerieren, dass etwas nicht stimmt und es damit verunsichern. Auch wenn Sie zu den Eltern des Kindes keine harmonische Beziehung aufbauen können, sollten Sie von einem Versuch Abstand nehmen. Das Kind braucht die Sicherheit, dass alles in Ordnung ist, damit die Eingewöhnung gelingt. Nur die Eingewöhnungszeit erlaubt es beiden Seiten, notfalls auch ohne Begründung, ein Betreuungsverhältnis ohne Einhalten der Kündigungsfrist zu beenden.

Machen Sie keine Zusagen, die Sie nicht einhalten können:
Es macht keinen Sinn, auf Wünsche und Vorstellungen der abgebenden Eltern einzugehen, nur um die Zusage für ein Tagespflegeverhältnis zu bekommen. Machen Sie nie Zusagen, die Sie selbst nicht praktikabel finden, oder schlimmer, die Ihnen richtig gehend Bauchschmerzen machen. Im Alltag mit dem Pflegekind können Sie sich nicht ständig verbiegen.

Scheuen Sie sich nicht „Nein“ zu sagen, wenn Sie kein gutes Gefühl mit dem Betreuungsverhältnis haben – und zwar rechtzeitig. Wenn Sie mit den Eltern nicht zurechtkommen, werden Sie auf Dauer mit der Situation nicht glücklich. Und für Kinder ist es wichtig, dass sie eine harmonische und konstante Betreuung erfahren.