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Tipps und Infos für Tagespflegepersonen

2. Voraussetzungen & Qualifikationen - c) Pflegeerlaubnis
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Tipps und Infos für Tagespflegepersonen
a) Persönliche Voraussetzungen
b) Örtliche Rahmenbedingungen
c) Pflegeerlaubnis
d) Erziehungskonzepte
Mitglieder dürfen gerne individuelle Fragen an das Laufstallteam schicken.
Melden Sie sich hierfür bitte an!
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Bevor Sie Ihre Tätigkeit als Tagesmutter oder –vater starten dürfen, benötigen Sie eine Pflegeerlaubnis für Ihre Tageskinder. Die Erlaubnis zur Kindertagespflege ist in § 43 des 8. Sozialgesetzbuch (Kinder- und Jugendhilfegesetz) geregelt.

Klären Sie, ob eine Pflegeerlaubnis erforderlich ist
Wenn Sie die Tageskinder nicht bei diesen zu Hause, sondern in anderen Räumen, in den meisten Fällen in Ihren eigenen Räumlichkeiten, gegen Entgelt betreuen möchten und zwar über einen Zeitraum von drei Monaten hinweg mehr als 15 Stunden wöchentlich, dann benötigen Sie grundsätzlich eine Pflegeerlaubnis.

Zur Erläuterung:

1. Wird die wöchentliche Betreuungszeit von 15 Stunden nicht überschritten, ist die Betreuung möglich, ohne dass eine Pflegeerlaubnis erforderlich ist.

2. Wird die Dauer der Betreuung von 3 Monaten nicht überschritten, darf auch länger als 15 Stunden pro Woche betreut werden, ohne dass eine Pflegeerlaubnis erforderlich ist.

3. Bei diesen Zeiten handelt es sich um die Arbeitszeit der Tagespflegeperson (nicht die Betreuungsstunden pro Tageskind), gleichgültig wie viele Kinder sie währenddessen betreut!

Bei Überschreitung dieser zeitlichen Limits brauchen Sie eine Pflegeerlaubnis ab dem ersten betreuten Kind. In der Regel erhalten Sie die Pflegeerlaubnis maximal für fünf Kinder, die fünf Jahre lang gültig bleibt. Die Pflegeerlaubnis erteilt das örtliche Jugendamt, das auch darüber entscheidet, für wie viele Kinder Sie diese erhalten. Dabei können außerdem die Anforderungen an eine zukünftige Tagespflegeperson nach Bundesland oder sogar Kommune variieren.

WICHTIG: Ist erstmal eine Pflegeerlaubnis vorhanden, sind alle Regelungen für eine Kurzzeitbetreuung außer Kraft gesetzt! Es belegt dann jedes Kind einen der genehmigten Betreuungsplätze, auch wenn die Betreuungszeit von 15 Stunden pro Woche oder die Betreuungsdauer von drei Monaten nicht überschritten wird.

Nur wenn Sie über eine Pflegeerlaubnis verfügen, sind die Ihnen anvertrauten Tageskinder automatisch über die Landesversicherungsanstalt gesetzlich unfallversichert. Aus diesem Grund sind Sie als Tagespflegeperson auch verpflichtet, die Personalien der Tageskinder an das Jugendamt weiterzuleiten, auch wenn diese auf privater Basis betreut werden.

Beratungsgespräch beim Jugendamt
Lassen Sie sich von Ihrem örtlichen Jugendamt frühzeitig beraten, welche Voraussetzungen Sie mitbringen müssen, um eine Pflegeerlaubnis zu erhalten. Zwar gibt es konkrete Anhaltspunkte des Gesetzgebers, was zum Beispiel Ihre Qualifikation angeht, wie diese im Einzelnen ausgestaltet ist, das überlässt der Gesetzgeber allerdings den Kommunen. Das Jugendamt ist häufig auch gleichzeitig Vermittlungsstelle zwischen Eltern, die Ihre Kinder betreuen lassen wollen und der Tagespflegeperson. Zumindest wird Ihnen hier jemand sagen können, wer für die Vermittlung zuständig ist.

Eignungskriterien
Um als Tätigkeit als Tagesmutter oder -vater aufnehmen zu können, müssen Sie bestimmte Kriterien erfüllen, auf die wir folgend eingehen. Eine gute Orientierungshilfe ist dabei das Dokument Externer Link zu:http://www.laufstall.de/pdf/Eignung_von_Tagespflegepersonen_Okt09.pdf "Eignung von Tagespflegepersonen in der Kindertagespflege", das als Handreichung für die Jugendämter vom Bundesfamilienministerium und dem Deutschen Jugendinstitut herausgegeben wird.

Ihre Qualifikation
Die Erlaubnis zur Kindertagespflege wird laut 8. Sozialgesetzbuch erteilt, „wenn die Person für die Kindertagespflege geeignet ist.“ Das bedeutet unter anderem, dass Sie, wenn Sie als Tagesmutter oder –vater arbeiten wollen, sich durch Persönlichkeit und Sachkompetenz auszeichnen sollten. Sie müssen bereit sein, mit den Erziehungsberechtigten Ihrer Tageskinder zu kooperieren und Kenntnisse hinsichtlich der Anforderungen der Kindertagespflege mitbringen. Erfahrung im Umgang mit Kindern sollten Sie auf jeden Fall mitbringen. Darüber hinausgehende Kenntnisse müssen Sie gegebenenfalls in entsprechenden Lehrgängen erwerben. Der Nachweis einer Qualifizierung durch eine Ausbildung zur Erzieherin oder gar diplomierten Pädagogin reicht mancherorts den Jugendämtern nicht aus. Sie verlangen, dass zukünftige Tagespflegepersonen über eine bestimmte Stundenzahl einen speziellen Lehrgang absolvieren. In manchen Kommunen reichen 40 Stunden, andere setzen 80 oder 160 Stunden Lehrgang voraus. Oft muss auch die Teilnahme an einem Kurs „Erste Hilfe am Kind“ nachgewiesen werden. Außerdem wird eine jährliche Weiterbildung von mindestens 20 Stunden von den Tagespflegepersonen verlangt.

Weitere Voraussetzungen
Das Jugendamt prüft, ob die Räumlichkeiten für die Kindertagespflege geeignet sind. Dies kann generell oder stichprobenartig im Rahmen des Genehmigungsverfahrens geschehen, aber auch später durch unregelmäßige Mitarbeiterbesuche kontrolliert werden. Eine kindgerechte Umgebung mit Platz zum Schlafen, Toben, Spielen, Essen und Wickeln ist Voraussetzung dafür, dass eine Pflegeerlaubnis erteilt wird. Wenn Schulkinder betreut werden, brauchen diese auch einen ruhigen Ort, um Ihre Hausaufgaben zu erledigen. Außerdem muss die Tagespflegeperson dem Jugendamt ein Gesundheitsattest und ein polizeiliches Führungszeugnis
vorweisen.

Polizeiliches Führungszeugnis - Gebührenbefreiung
Für die Beantragung der Pflegeerlaubnis müssen Tagespflegepersonen dem Jugendamt ein polizeiliches Führungszeugnis vorgelegen – und zwar für alle volljährigen Personen, die im Haushalt der Tagespflegeperson leben. Normalerweise werden pro Führungszeugnis und Person 13 Euro fällig – wenn erwachsene Kinder oder die Großeltern zum Haushalt gehören, kann diese Anforderung also recht teuer werden.

Bei Vorliegen eines besonderen Verwendungszwecks kann die Befreiung von diesen Gebühren beantragt werden. Bis ca. 2010 waren auch Tageseltern von diesen Gebühren befreit. Mittlerweile hat sich dies allerdings geändert. "Selbst wenn das Führungszeugnis für eine im öffentlichen Interesse liegende ehrenamtliche Tätigkeit benötigt wird, kommt eine Gebührenbefreiung nicht in Betracht, wenn eine Aufwandsentschädigung gezahlt wird. Auch Pflegeeltern und Tagespflegepersonen kann – da sie für ihre Tätigkeit eine Aufwandsentschädigung erhalten – keine Befreiung von der Gebühr für das Führungszeugnis gewährt werden." So heißt es in einem Antwortschreiben des Justizministeriums auf eine diesbezügliche Frage.

Sprechen Sie trotzdem ruhig Ihr Jugendamt an, wenn diese Kosten für Ihren Haushalt sehr hoch werden. Vielleicht kann sich das Jugendamt an den Kosten beteiligen.

Schufa-Auskunft
Es kommt immer häufiger vor, dass Jugendämter für die Erteilung einer Pflegeerlaubnis zusammen mit den üblichen Unterlagen wie ärztlichem Attest und Polizeilichem Führungszeugnis eine Schufa-Auskunft verlangen. Jugendamt-Mitarbeiter argumentierten unter anderem, dass eventuelle Schulden auf einen schlechten Lebenswandel schließen lassen.
Wir sind jedoch der Auffassung, dass eine Schufa-Auskunft kein Maßstab für die Qualität der Tagespflege darstellt. Angesichts der Tatsache, dass man überdies auf Schufa-Einträge keinen Einfluss hat (diese teilweise gar nicht kennt), sie oft fehlerhaft oder schon längst ausgeglichen sind, geht uns diese Forderung zu weit.

„Es besteht kein Automatismus: Schufa-Eintrag gleich ungeeignet – kein Eintrag gleich geeignet!“, meint Rechtsanwältin Ursula Niko. „Jedoch ist die finanzielle Zuverlässigkeit ein Teilaspekt der Persönlichkeit der Tagespflegeperson, weil sie durchaus eine Rolle im Familienalltag und damit auch im Betreuungsalltag spielen kann. Um die Sache überspitzt darzustellen, ist es für Eltern, und damit für das Jugendamt, das Tagesmütter an Eltern vermittelt, nicht unwichtig, wenn beispielsweise aufgrund hoher Verschuldung täglich Gerichtsvollzieher oder Gläubiger vor der Haustür der Tagesmutter auftauchen. Dies kann sowohl eine unerwünschte Erfahrung für das betreute Kind, als auch eine starke nervliche Belastung für die Tagesmutter darstellen und damit durchaus auf ihre Betreuungseignung Einfluss nehmen.
Andererseits ist auch Verschuldung möglich, ohne dass die Tagesmutter selbst irgendetwas falsch gemacht hat oder es läuft ein geregeltes Insolvenzverfahren, das für alle Beteiligten keinen weiteren Stress verursacht. In diesem Fall dürfte die finanzielle Lage keinen Einfluss auf die Geeignetheit der Tagesmutter haben.
Aus juristischer Sicht kann Verschuldung also eine Rolle spielen und aus diesem Grund auch vom Jugendamt abgefragt werden. Wenn die Auskunft verweigert wird, kann dies unter Umständen dazu führen, dass eine Vermittlung oder die Pflegeerlaubnis verweigert wird."


Trotzdem meinen wir, sollte man gegensteuern, wenn solche Daten vom Jugendamt abgefragt werden. Fragen Sie nach, ob die Vorlage einer Schufa-Auskunft ausschlaggebend für den Erhalt der Pflegeerlaubnis ist. Besteht das Jugendamt auf das Dokument, empfehlen wir die die Schufa-Verbraucherauskunft. Im Gegensatz zur „normalen“ Schufa-Auskunft enthält sie nicht alle zu Ihrer Person bei der Schufa gespeicherten Daten, sondern nur die Informationen, die nötig sind, um Vertrauen zwischen Ihnen und Ihrem Vertragspartner aufzubauen.

Beide Aufkünfte können Sie über Externer Email-Link zu:httphttp://www.meineschufa.de anfordern.