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Tipps und Infos für Tagespflegepersonen

8. Archiv - Betriebskosten bis 2008
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Tipps und Infos für Tagespflegepersonen
Betriebskosten bis 2008
Einnahmen bis 2008
Essensgeld bis 2008
März 2008: Neuregelungen der Gelder aus öffentlicher Hand
Pflegegeld bis 2008
Sonstige Ausgaben bis 2008
Sozialabgaben, Versicherungen bis 2008
Steuern bis 2008
Steuerpflicht für öffentlich bestellte Tagespflegepersonen
Mitglieder dürfen gerne individuelle Fragen an das Laufstallteam schicken.
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Durch die Betreuung fremder Kinder entstehen der Tagespflegeperson Ausgaben, die sie von ihren Einnahmen abziehen kann, um den Gewinn aus der selbstständigen Tätigkeit zu ermitteln.

Um die Abrechnung der Betriebskosten in der Tagespflege zu vereinfachen hat das Bundesministerium der Finanzen Pauschalen festgesetzt, die ohne weitere Belege anerkannt werden. Sie staffeln sich sowohl nach Betreuungszeit sowie nach Art und Aufwand der Betreuung in PUS (Pauschale für unbedeutende Sachaufwendungen), BKP (Betriebskostenpauschale) und ESP (erhöhte Sachaufwandspauschale).

Im Schreiben des Bundesministeriums für Finanzen vom 01.08.1988 wurden die Pauschalen festgesetzt. Seitdem wurden die Betriebsausgabenabzüge nicht mehr angehoben. Da die Zahlen von 1988 noch in DM angegeben sind müssen sie in Euro umgerechnet werden.
Die Höhe der Pauschalen wurden im Bundessteuerblatt 1990 Teil 1 wie folgt veröffentlicht (Originaltext):
„Vertretungen der Länder beim Bund
Betreff: Einkommensteuerrechtliche Behandlung des von privater Seite gezahlten Pflegegeldes
Bezug: ESt IV/88 – TOP 22
Unter Bezugnahme auf das Ergebnis der Erörterungen mit den obersten Finanzbehörden der Länder ist das BMF-Schreiben vom 20. Januar 1984 – IV B 4.-S – 2/84 – (BStBl 1 S. 134) ab dem Veranlagungszeitraum 1988 mit der Maßgabe anzuwenden, daß bei Pflegegeldzahlungen von privater Seite die folgenden Betriebsausgaben je Kind und Monat pauschal abgezogen werden können:
Bei Tagespflege – 480 DM (bei Teilzeitpflege der entsprechende Anteil)
Bei Wochenpflege (5 Tage) – 580 DM
Bei Wochenpflege (6 Tage) – 640 DM
Bei Vollzeit-/Dauerpflege – 750 DM.
Bei einem Teilzeitpflegeverhältnis und erhöhtem Aufwand durch mehrere Mahlzeiten (z.B. Frühstück und Mittagessen bei Betreuung bis Mittag) ist anstelle der zeitanteiligen Aufteilung eine Aufteilung unter Berücksichtigung der Mahlzeiten zulässig.
Dieses Schreiben wird im Bundessteuerblatt Teil I veröffentlicht.
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Bundessteuerblatt 1990 Teil 1
Der Bundesminister der Finanzen Bonn, 7. Februar 1990
IV B 1 – S 2121 – 5/90
Oberste Finanzbehörden der Länder“
Dieses Schreiben wurde als E-Mail an den Tagesmütter-Bundesverband geschickt. Es kann unter folgendem Link als Download eingesehen und/oder ausgedruckt werden: Externer Email-Link zu:httphttp://www.tagesmuetter-bundesverband.de/ Link: Informationen

Die verschiedenen Pauschalen (PUS, BKP und ESP)
Eine übersichtliche Tabelle mit den Betriebskostenpauschalen finden Sie hier als pdf: #link-2
Es wird unterschieden, ob der Tagespflegeperson unbedeutende, normale oder erhöhte Sachaufwendungen durch die Betreuung des Kindes entstehen. Der Pauschalbetrag kann für jedes betreute fremde Kind geltend gemacht werden. Es steht der Tagespflegeperson frei, statt der Pauschalen die tatsächlich entstehenden Betriebskosten geltend zu machen. Diese müssen anhand von Quittungen und Belegen bzw. Erklärungen nachgewiesen werden. Manche Finanzämter akzeptieren sogar die Abrechnung der Pauschalen und das Ansetzen zusätzlicher Ausgaben. Das Finanzamt ist nicht dazu verpflichtet, weitergehende Betriebsausgaben zu berücksichtigen, das liegt im Ermessensspielraum des einzelnen Sachbearbeiters.

Die Pauschalen staffeln sich wie folgt:
PUS – Pauschale für unbedeutende Sachaufwendungen
Wenn der Tagespflegeperson nur unbedeutende Sachaufwendungen entstehen, z.B. weil die Eltern Essen, Pflegeartikel usw. für das Kind mitbringen, gilt eine USP (unbedeutende Sachaufwandspauschale). Diese Pauschale wird nach Betreuungsumfang gestaffelt. Die Tagespflegeperson kann bei einer Betreuung bis zu 4 Stunden 0,58 €, bei bis zu 6 Stunden 0,51 € und bei bis zu 8 Stunden 0,48 € PUS pro Stunde geltend machen.

BKP – Betriebskostenpauschale
Hat die Tagespflegeperson normale Betriebsausgaben, wird ihr eine Pauschale von 1,53 € pro Stunde gewährt.

ESP – erhöhte Sachaufwandspauschale
Bei der Betreuung von behinderten oder erziehungsschwierigen Kindern sowie bei der Gewährung mehrerer Mahlzeiten (z.B. Frühstück und Zwischenmahlzeit bei einer Betreuung bis mittags) gilt die erhöhte Sachaufwandspauschale.
Diese Regelung ist nachzulesen in der den Pauschbetragsregelungen der Oberfinanzdirektion Frankfurt vom 31.07.1996, FR 1996, S. 6872, und der Oberfinanzdirektion Hannover vom 23.03.1993, DStR 1993, S. 1370.
Hier staffeln sich die Pauschalen pro Stunde nach dem Betreuungsumfang.
Bei bis zu 4 Stunden Betreuung sind 2,24 €, bei bis zu 6 Stunden 1,92 € pro Stunde als ESP anzusetzen.
Für eine Betreuung von über 6 Stunden ist keine erhöhte Sachaufwandspauschale ausgewiesen.

Eine übersichtliche Tabelle mit den Betriebskostenpauschalen finden Sie hier als pdf: #link-2

Wochen- bzw. Dauerpflege
Bei einer Wochenpflege (das heißt Betreuung rund um die Uhr) von 5 Tagen ist die BKP mit 296,55 € anzusetzen und erhöht sich bei der Betreuung an 6 Tagen auf 327,23 €. Bei einer Vollzeit- bzw. Dauerpflege können 383,47 € als pauschaler Betriebskostenabzug geltend gemacht werden.

Höchstsätze der Pauschalen
Die Betriebskosten können nur in Höhe der Einnahmen geltend gemacht werden. Erhält die Tagespflegeperson z.B. für eine Betreuung an fünf Tagen die Woche à sechs Stunden 180,00 € so kann sie auch nur diese 180,00 € als pauschalen Betriebskostenabzug geltend machen und nicht die gesetzlich festgelegte BKP von 184,07 € oder gar die ESP von 230,08 €. Die Betriebskosten dürfen die Einnahmen nicht überschreiten.
Höchstsatz für die Tagespflege sind 40 Wochenstunden verteilt auf fünf Tage pro Woche.
Betreut eine Tagespflegeperson Kinder mehr als 40 Wochenstunden, reicht die Pauschale nicht aus. In einem solchen Fall ist zu überlegen ob die Tagespflegeperson die tatsächlichen Kosten anhand von Belegen nachweist.

Abrechnen der Betriebskosten ohne Anwendung einer Pauschale
Mit den oben angeführten Pauschalen sind nach Auffassung des Finanzamts die Kosten für Sachaufwendungen, die der Tagespflegeperson durch die Betreuung eines Kindes entstehen, gedeckt.
Hierbei handelt es sich vor allem um Betriebsausgaben für Essen und Trinken, Energie für den Haushalt, Güter für Gesundheit und Körperpflege usw.
Es steht der Tagespflegeperson frei, die tatsächlich entstandenen Betriebsausgaben anhand von Belegen bzw. Erklärungen von den Einnahmen abzuziehen.
Als Ausgaben kommen in Betracht:
· Windeln
· Nahrungsmittel
· Getränke
· Spielsachen
· Telefongebühren
· Postporto
· Bastelmaterial
· Kinderausstattung wie z.B. Hochstuhl, Kinderbett, Kinderwagen u.Ä.
· Kinderbücher
· Fachliteratur
· Gebühren für Fortbildungen
· Fahrtkosten für Fahrdienste
· Reisekosten zu Fortbildungen
· Bürobedarf
· Annoncen
· sonstige Werbungskosten (z.B. Flyer, Visitenkarten)
· Krankenversicherung
· Rentenversicherung
· Haftpflichtversicherung
· Unfallversicherung
· Bewirtungskosten
· Reinigungskosten von Berufsbekleidung
· Reinigungskosten (Putzfrau)
· Vermittlungsgebühren
· Eintrittsgelder
· unter Umständen auch Raummiete und Nebenkosten
· Wasch- und Putzmittel
· Software
· Homepagekosten
· PC-Kosten
· Pflegemittel
Die Liste lässt sich individuell fortführen.

Beim Anführen von Raummiete, Neben- und Renovierungskosten muss anteilig nach Raumgröße im Verhältnis zur Grundfläche der Wohnung oder des Hauses der Anteil für das Arbeitszimmer ausgerechnet werden. Bei speziell für die Tagespflege angemieteten (nicht privat genutzten) Räumlichkeiten entfällt das.
Voraussetzung für die Anerkennung als Arbeitsraum ist, dass sich keine privaten Gegenstände im Raum befinden. Bei einer Angliederung des Arbeitsraums in eine Privatwohnung ist eine Skizze derselben sinnvoll.

Steuerformulare
Für eine selbstständige Tagespflegeperson gibt es ein Formular, in dem sie die Gewinne aus ihrer selbstständigen Tätigkeit einträgt. Das Formular GSE wird der Einkommensteuererklärung als Anlage beigelegt.
Das Formular GSE wird mit der normalen Einkommensteuererklärung (eventuell gemeinsam mit dem Ehepartner) als Anlage abgegeben.
Auf der Vorderseite werden Name, Vorname und Steuernummer der Tagespflegeperson eingetragen. Im Ankreuzkästchen „zur Einkommensteuererklärung“ wird ein Kreuz gemacht.
Auf der zweiten Seite gibt es Zeile 40 „aus anderer selbständiger Arbeit (genau bezeichnen)“. In diese Zeile muss die Berufsbezeichnung „Tagespflegeperson“ eingetragen werden.
In Spalte 20 (als steuerpflichtige Person) oder Spalte 21 (als Ehepartner) trägt man rechts den Gewinn ein. Zur Erinnerung: Der Gewinn errechnet sich aus der Summe ALLER Einnahmen abzüglich der entstandenen Betriebskosten oder der entsprechenden Pauschalen. Sollte die Tagespflegeperson keinen Gewinn erwirtschaftet haben trägt sie „0,00 €“ ein.
Zum Formular GSE muss eine Erklärung gelegt werden, aus der hervorgeht, wie sich der Gewinn errechnet. Eine Mustersteuererklärung mit allen dazugehörigen Erklärungen finden LAUFSTALLER in ihrem Downloadbereich hier im Laufstall. Noch kein LAUFSTALLER? #link-1

Zur Sicherheit ist es sinnvoll, die folgenden Formulare beizulegen:
Bundessteuerblatt von 1990 (Regelung der BKP)
und/oder das
Schreiben der Oberfinanzdirektion Rostock (Regelung bezüglich Mischfinanzierung des Betreuungsgeldes aus öffentlich und privat gezahlten Geldern)
Die Formulare finden Sie auf den Seiten des Bundesverbandes der Tagesmütter: Externer Email-Link zu:httphttp://www.tagesmuetter-bundesverband.de

Will eine Tagespflegeperson die ESP (erhöhte Sachaufwandspauschale) geltend machen, ist es sinnvoll, auf die folgende Verfügung zu verweisen:
„Entstehen der Tagesmutter aufgrund der Dauer und Intensität der Betreuung erhöhte Sachaufwendungen, so wird die Pauschale anteilmäßig angehoben:
Pauschbetrag je Kind/Monat bei Tagespflege (über 6 Stunden) 245,42 €, bei Teilzeitpflege (4-6 Stunden/Tag) 230,08 €, bei Teilzeitpflege (bis 4 Stunden/Tag) 178,95 €.“
So festgehalten in den Pauschbetragsregelungen der OFD (Oberfinanzdirektion) Frankfurt vom 31.07.1996, S. 6872, und der OFD Hannover vom 23.03.1993, DStR 1993, S. 1370.

Hierzu kann auch ein Ausdruck der folgenden Website hilfreich sein: Externer Email-Link zu:httphttp://www.tagespflege-vierheller.de (Betreuungsgeld)

Einnahmenüberschussrechnung (Anlage EÜR)
Liegen die gesamten Betriebseinnahmen (nicht der Gewinn) unter 17.500,00 € pro Jahr kann die Gewinnermittlung weiterhin formlos gestaltet werden. Bei höheren Betriebseinnahmen muss das Formular EÜR (Einnahmenüberschussrechnung) verwendet werden. Diese Regelung gilt seit 2005.