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Tipps und Infos für Tagespflegepersonen

5. Finanzplanung - f. Betriebskosten
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Tipps und Infos für Tagespflegepersonen
a. Allgemein
a. Honorar
b. Pflegegeld
c. Zuschüsse
d. Steuern
e. Sozialabgaben
f. Betriebskosten
g. Auslagen
h. Finanzcheck
i. Fragebogen zur steuerlichen Erfassung
j. Angaben zur Sozialversicherung in der Steuererklärung
Mitglieder dürfen gerne individuelle Fragen an das Laufstallteam schicken.
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Betriebskosten
Ausgaben, die durch die Betreuung fremder Kinder entstehen, können als Betriebsausgaben von den Einnahmen abgezogen werden. Hierzu gehören z.B. Spielzeug, Fachliteratur, anteilig Heiz-, Strom- und Mietkosten oder Werbungskosten für die eigene Homepage oder Anzeigen (s. auch Liste weiter unten). Diese Ausgaben können Tageseltern über Belege nachweisen.

Betriebsausgabenpauschale

Die Tagespflegeperson kann bei der Gewinnermittlung zwischen dem Ansatz der tatsächlichen Betriebsausgaben und der Betriebsausgabenpauschale wählen.

Ab dem Jahr 2009 wurde die Betriebsausgabenpauschale von 246 Euro auf 300 Euro pro Monat und ganztagsbetreutem Kind erhöht. Bei einer Ganztagsbetreuung geht man von einer 40-Stunden-Woche aus. An welchen und an wie vielen Tagen in der Woche die Betreuung gegeben ist, spielt keine Rolle.

Soweit die tatsächlich vereinbarte Betreuungszeit weniger als 40 Stunden pro Woche beträgt, ist eine zeitanteilige Kürzung der Betriebsausgabenpauschale nach folgender Formel vorzunehmen:

300,00 Euro x vereinbarte wöchentliche Betreuungszeit (maximal 40 Stunden)
____________________________________________
40 Stunden (8 Stunden x 5 Tage)

(Die entsprechenden Regelungen finden Sie in der Rubrik "Rechtliches" - Neue Regelungen für Tageseltern ab 1.1.2009)

Beträgt die vereinbarte Betreuungszeit mehr als 40 Stunden/Woche wird die Betriebsausgabenpauschale nicht angepasst, es bleibt bei 300 Euro. Maßgeblich ist die vereinbarte Betreuungszeit, so dass die tatsächlich geleistete Betreuungszeit keine Rolle spielt. Es besteht somit keine Aufzeichnungspflicht über die tatsächlich geleisteten Betreuungsstunden.

Beispiele:
- Eine Tagesmutter/ein Tagesvater betreut ein Kind 5 Tage die Woche für je 8 Stunden. Die Betriebsausgabenpauschale kann in Höhe von € 300,00 angesetzt werden.
(300 Euro x (5 Tage x 8 Stunden) / 40 Stunden = 300 Euro)
- Eine Tagesmutter/ein Tagesvater betreut 2 Kinder. Das erste Kind wird 5 Tage für je 10 Stunden betreut. Das zweite Kind wird an 3 Tagen zu je 6 Stunden betreut.
Die Betriebsausgabenpauschale für das 1. Kind beträgt maximal 300 Euro (300 Euro x (5 Tage x 10 Stunden)/ 40 Stunden = 375 Euro) = maximal 300 Euro.
Die Betriebsausgabenpauschale für das 2. Kind beträgt 135 Euro (300 Euro x (3 Tage x 6 Stunden)/ 40 Stunden = 135 Euro)

Die Betriebsausgabenpauschale darf nur bis zur Höhe der Betriebseinnahmen abgezogen werden. Neben der Betriebsausgabenpauschale dürfen keine einzeln nachgewiesenen Aufwendungen angesetzt werden, hierunter fallen auch größere Anschaffungen oder Geringwertige Wirtschaftsgüter ( GWG`s) die mittels einer Abschreibung in die Betriebsausgaben einfließen.

Die Betriebsausgabenpauschale kann nicht in Anspruch genommen werden, wenn die Kindertagespflege im Haushalt der Erziehungsberechtigten des Kindes stattfindet. Gleiches gilt bei Kindertagespflege in unentgeltlich zur Verfügung gestellten Räumen.

"Für die anteilige Berechnung kann aus Vereinfachungsgründen von einer 5-Tage-Woche und 4 Arbeitswochen im Monat (20 Arbeitstagen) ausgegangen werden."
(Quelle: OFD Frankfurt/M. v. 19.06.2007 - S 2121 A 14 - St 210, Fundstelle: Externer Link zu:http://treffer.nwb.de/completecontent/dms/content/000/270/Content/000270155.htm#doclink_3 NWB DokID: EAAAC-54158)

Ihre Betriebskostenpauschale errechnen Sie auch ganz leicht mittels unseres Rechners: Betriebskostenpauschalenrechner

Aus dem oben genannten Schreiben des Bundesministeriums sowie den "Fakten und Empfehlungen zu den Neuregelungen in der Kindertagespflege" geht außerdem hervor, dass auch für Zeiten, in denen die Tagespflegeperson (etwa wegen Urlaubs, Krankheit oder Fortbildung) verhindert ist, die vereinbarte Betreuung selbst zu erbringen, die Betriebsausgabenpauschale abgezogen werden kann, wenn die „laufende Geldleistung“in dieser Zeit durch das Jugendamt weiter gezahlt wird.

Abrechnen der Betriebskosten ohne Anwendung einer Pauschale
Mit der oben angeführten Pauschale sind nach Auffassung des Finanzamts die Kosten für Sachaufwendungen, die der Tagespflegeperson durch die Betreuung eines Kindes entstehen, gedeckt.
Es steht der Tagespflegeperson frei, die tatsächlich entstandenen Betriebsausgaben anhand von Belegen bzw. Erklärungen von den Einnahmen abzuziehen. Betriebsausgaben sind alle Aufwendungen, die im Zusammenhang mit der Tagespflegetätigkeit anfallen.

Als Ausgaben kommen in Betracht:
· Windeln
· Nahrungsmittel
· Getränke
· Spielsachen
· Telefongebühren
· Postporto
· Bastelmaterial
· Kinderausstattung wie z.B. Hochstuhl, Kinderbett, Kinderwagen u.Ä.
· Kinderbücher
· Fachliteratur
· Gebühren für Fortbildungen
· Fahrtkosten für Fahrdienste
· Reisekosten zu Fortbildungen
· Bürobedarf
· Annoncen
· sonstige Werbungskosten (z.B. Flyer, Visitenkarten)
· Krankenversicherung
· Rentenversicherung
· Haftpflichtversicherung
· Unfallversicherung
· Bewirtungskosten zu 70 % § 4 Abs. 5 Nr. 2 EStG
· Reinigungskosten von Berufsbekleidung
· Reinigungskosten (Putzfrau)
· Vermittlungsgebühren
· Eintrittsgelder
· unter Umständen auch Raummiete und Nebenkosten
· Wasch- und Putzmittel
· Software
· Homepagekosten
· PC-Kosten
· Pflegemittel
Die Liste lässt sich individuell fortführen.

Geringwertige Wirtschaftgüter/ Anlagevermögen
Als geringwertiges Wirtschaftsgut (GWG) wird jedes Gut bezeichnet, bei dem die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten den Betrag von 410 Euro, bzw. in den Jahren 2008 und 2009 150 Euro, nicht übersteigen. Sie müssen beweglich und abnutzbar sowie selbstständig nutzbar sein (siehe EStG §4 Abs. 3 Satz 3, §6 Abs. 2 und Erläuterung zum Formblatt EÜR 2008 Zeile 32).

Der Höchstbetrag von 410 Euro (in 2008 und 2009 150 Euro) ist ohne Mehrwertsteuer zu betrachten, unabhängig davon, ob die Person umsatzsteuerpflichtig ist oder nicht. In dem Betrag von 410 Euro netto sind ebenfalls die Anschaffungsnebenkosten wie z.B. Porto enthalten.

Das Wirtschaftsgut muss selbstständig nutzbar sein. Es darf nicht nur in Verbindung mit einem anderen Wirtschaftsgut nutzbar sein. Geringwertige Wirtschaftsgüter sind z. B. Computer, Tische, Stühle usw.. Nicht selbstständig nutzbar und deshalb nicht den GWGs zuzurechnen sind z.B. Bildschirme für den Computer oder Drucker.

Sammelposten Regelungen
Wenn die Anschaffungskosten für das Wirtschaftsgut über 150 Euro liegen und den Betrag von 1.000 Euro nicht überschreiten, kann nach § 6 Abs. 2 a EStG ein Sammelposten eingerichtet werden (Muss-Regelung in den Jahren 2008 und 2009).

Es werden alle Wirtschaftsgüter, die selbständig nutzungsfähig sind und in einem Jahr angeschafft wurden, in einem Sammelposten berücksichtigt. Dieser Sammelposten wird dann über fünf Jahre hinweg linear abgeschrieben. Eine monatsgenaue Abschreibung unterbleibt, auch wenn die Wirtschaftsgüter im Laufe eines Jahres angeschafft wurden. Ebenso ist es unerheblich, wenn das Wirtschaftsgut innerhalb des Fünf-Jahreszeitraums aus dem Anlagevermögen ausscheidet, weil es verkauft wurde oder kaputt gegangen ist, der Abschreibungszeitraum von fünf Jahren ändert sich dadurch nicht.

Betragen die Anschaffungskosten eines Wirtschaftsgutes mehr als 410 Euro und wird der Sammelposten nicht in Anspruch genommen, so ist dieses Wirtschaftsgut ebenfalls auf eine gewisse Laufzeit verteilt abzuschreiben. Es gibt für einzelne Wirtschaftsgüter und die Abschreibungsdauer offizielle Tabellen, die auf der Internetseite des Bundesfinanzministeriums zu finden sind.

Beim Anführen von Raummiete, Neben- und Renovierungskosten muss anteilig nach Raumgröße im Verhältnis zur Grundfläche der Wohnung oder des Hauses der Anteil für das Arbeitszimmer ausgerechnet werden. Bei speziell für die Tagespflege angemieteten (nicht privat genutzten) Räumlichkeiten entfällt das.
Voraussetzung für die Anerkennung als Arbeitsraum ist, dass sich keine privaten Gegenstände im Raum befinden. Bei einer Angliederung des Arbeitsraums in eine Privatwohnung ist eine Skizze derselben sinnvoll.