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Tipps und Infos für Tagespflegepersonen

8. Archiv - Einnahmen bis 2008
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Tipps und Infos für Tagespflegepersonen
Betriebskosten bis 2008
Einnahmen bis 2008
Essensgeld bis 2008
März 2008: Neuregelungen der Gelder aus öffentlicher Hand
Pflegegeld bis 2008
Sonstige Ausgaben bis 2008
Sozialabgaben, Versicherungen bis 2008
Steuern bis 2008
Steuerpflicht für öffentlich bestellte Tagespflegepersonen
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Betreuungsgeld
Wie diese Einnahmen der Tagespflegeperson gehandhabt werden, richtet sich danach, wer das Betreuungsgeld zahlt. Wir stellen folgende Möglichkeiten dar:
Die Bezahlung erfolgt durch
1. die Sorgeberechtigten ODER deren Arbeitgeber
2. öffentliche Kassen, wie Jugendamt, Arbeitsamt oder Krankenkasse
3. öffentlichen Träger UND Sorgeberechtigte

1. Die Bezahlung erfolgt durch die Sorgeberechtigten ODER deren Arbeitgeber
Betreuungsgeld, das der Tagespflegeperson durch eine/n Sorgeberechtigte/n des Kindes oder dessen Arbeitgeber gezahlt wird, ist steuerpflichtig und muss nach Abzug der Betriebskosten als Gewinn bei der Einkommensteuererklärung angegeben werden. Der Steuersatz richtet sich nach dem Gesamteinkommen der Tagespflegeperson und ggf. ihrer Familie und deren Freibeträgen.
Betreuungsgeld, das der Tagespflegeperson von privater Seite gezahlt wird, ist voll einkommensteuerpflichtig. Die entstehenden Betriebskosten können entweder als Pauschale oder als Einzelaufstellung vom Betreuungsgeld abgezogen werden; so ermittelt die Tagespflegeperson ihr tatsächlich zu versteuerndes Einkommen, den Gewinn.
Alle Einnahmen der Tagespflegeperson gelten als steuerpflichtige Einnahmen laut § 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG, auch wenn ein Teil der Vergütung für den unmittelbaren Lebensunterhalt des betreuten Kindes verwendet wird. Die Tagespflegeperson kann bei der Betreuung von mehr als fünf Kindern als gewerbliche (erwerbsmäßige) Tagespflege eingestuft werden, auf jeden Fall wird das zuständige Finanzamt prüfen müssen, ob die Einnahmen aus der Tagespflegetätigkeit einen erheblichen Teil des Familieneinkommens ausmachen. Erwerbsmäßig wird die Tagespflege dann betrieben, wenn die Einnahmen die wesentliche Erwerbsgrundlage der Familie darstellen. Bei der Betreuung von bis zu fünf Kindern kann in der Regel ohne nähere Prüfung unterstellt werden, dass die Tagespflege nicht erwerbsmäßig betrieben wird; hierbei werden alle Verträge gezählt.
Muster für eine Gewinnermittlung für die Steuererklärung sowie für eine Rechnung für die Eltern finden LAUFSTALLER in ihrem Downloadbereich hier im Laufstall. Noch kein Laufstaller? Hier geht es zur Anmeldung

2. Die Bezahlung erfolgt durch öffentliche Kassen, wie Jugendamt, Arbeitsamt oder Krankenkasse
Geld, das für die Betreuung eines Kindes von einer öffentlichen Kasse wie z.B. dem Jugendamt, der Agentur für Arbeit (früher Arbeitsamt), der Krankenkasse o.Ä. direkt auf das Konto der Tagespflegeperson überwiesen wird, zählt nicht zu den Einnahmen im steuerrechtlichen Sinne und wird daher auch nicht als Verdienst bei Krankenkasse, Rentenversicherung o.Ä. gezählt. Wichtig und absolut zwingend ist aber die direkte Zahlung an die Tagespflegeperson ohne „Umweg“ über das Konto der Eltern.
Personen, die ein fremdes Kind versorgen und erziehen, erhalten eine Entschädigung vom Jugendamt wegen der Kosten, die dadurch typischerweise entstehen. Diese finanziellen Leistungen aus öffentlichen Mitteln sind Pflegegeld im weiteren Sinne. Diese Leistungen werden im Allgemeinen in einem einheitlichen Betrag ausgezahlt der sich in zwei Teile aufgliedert: das Pflegegeld und den Erziehungsbeitrag (Erziehungsgeld). Das Pflegegeld dient unmittelbar der Sicherung des Lebensbedarfs des Kindes, der Erziehungsbeitrag ist das Einkommen der Tagespflegeperson. Dieser Erziehungsbeitrag ist steuerfrei und wird auch nicht als Einkommen bei der Berechnung von Krankenkassenbeiträgen oder den gesetzlichen Rentenversicherungsbeiträgen mitgezählt, jedoch bei der Beantragung öffentlicher Hilfen (Wohngeld etc.) sowie beim Errechnen von Unterhaltsansprüchen oft als Einkommen mit einberechnet. Wichtig ist, dass die Pflege nicht erwerbsmäßig betrieben wird, was bei der Aufnahme von bis zu fünf Pflegekindern gegeben ist. Bei mehr als fünf Kindern muss das zuständige Finanzamt entscheiden, ob die Tagespflege erwerbsmäßig, das heißt auf Gewinnerzielung ausgerichtet ist. Die Einnahmen sind bei der Einkommensteuererklärung anzugeben und als steuerfrei gemäß § 3 Nr. 11 EStG zu kennzeichnen. Betriebskosten können bei steuerfreien Einnahmen nicht mehr abgezogen werden.
Muster für eine Gewinnermittlung für die Steuererklärung sowie für eine Rechnung für die Eltern finden LAUFSTALLER in ihrem Downloadbereich.

3. Die Bezahlung erfolgt durch öffentliche Träger UND Sorgeberechtigte
Grundsätzlich ist abzuklären, ob zu dem aus öffentlicher Hand gezahlten Pflegegeld noch Geld von der/dem Sorgeberechtigten gefordert werden darf. Sobald die Tagespflegeperson zusätzlich zum Pflegegeld aus öffentlicher Hand Zahlungen von privater Seite erhält, entfällt der Anspruch auf die volle steuerfreie Betriebskostenpauschale. Wenn die Tagespflegeperson Geld von beiden Seiten (öffentlich und privat) erhält, kann sie nur die um die prozentual in der Höhe der öffentlichen Einnahmen reduzierten Betriebskosten geltend machen.
Durch die Mischfinanzierung eines Betreuungsverhältnisses kann die Betriebskostenpauschale (BKP) oder die erhöhte Sachaufwandspauschale (ESP) nicht zu 100 % von den privaten Einnahmen abgezogen werden, da sich durch die Erstattungen von Betreuungsgeld aus öffentlicher Hand schon eine gewisse Steuerfreiheit ergibt.
Mit dem Schreiben der Oberfinanzdirektion Rostock (OFD Rostock) vom 10.04.2002, das unter dem Aktenzeichen S 2248 – St 232 an den Tagesmütter-Bundesverband geschrieben wurde (Siehe unter Externer Email-Link zu:httphttp://www.tagesmuetter-bundesverband.de, Unterpunkt: Informationen), legt das Finanzamt fest, dass durch den Anteil der bereits steuerfreien Einnahmen nicht die volle BKP/ESP vom Elternhonorar solcher Mischfinanzierungen abgezogen werden darf.
Das Geld aus öffentlicher Hand ist für die Tagespflegeperson steuerfrei, also verringern sich die BKP oder die ESP um den Anteil (prozentual gesehen) der bereits steuerfreien Einnahmen.
Ein Rechenbeispiel:
Tagesmutter Helga betreut Paul an 5 Tagen die Woche jeweils 8 Stunden.
Das Jugendamt bezahlt für die Betreuung von Paul bei einem Stundensatz von 2,75 € monatlich 440,00 €. Tagesmutter Helga möchte nicht unter ihren regulären Stundensatz von 3,50 € gehen. Für das Mittagessen möchte sie eine Pauschale von 2,50 € pro Tag von den Eltern. Sie vereinbart daher mit den Eltern eine Zuzahlung von insgesamt 170,00 € monatlich (120,00 € Betreuungsgeldzuschuss und 50,00 € Essenspauschale), die sie diesen auch quittiert.
Das heißt, Tagesmutter Helga erhält aus öffentlichen Kassen 440,00 € und aus privater Hand 170,00 € für die Betreuung von Paul.
Das Gesamtbetreuungsgeld inkl. Essensgeld für Paul beträgt also 610,00 € monatlich.
Tagesmutter Helga möchte nun wissen, wie viel Betriebskosten sie von dem Elternanteil abziehen kann.
Sie rechnet:
170 € : 610 € x 100 = 27,87 %
(Einnahmen von Privat : Gesamteinnahmen x 100 = Prozent der abziehbaren BKP oder ESP)
245,42 € : 100 x 27,87 % = 68,40 €
(volle BKP : 100 x Anteil der BKP in Prozent = Höhe der ansetzbaren BKP)
Einnahmen:
440,00 € vom Jugendamt
+120,00 € von den Eltern
+50,00 € Essensgeld
-------------------------------
= 610,00 € Gesamteinnahmen
-------------------------------
- 440,00 € Einnahmen aus öffentlicher Hand
- 68,40 € BKP (in diesem Fall 27,87 %)
-------------------------------
= 101,60 € Gewinn

In ihrer Steuererklärung muss Tagesmutter Helga die o. g. Angaben aufführen.
Den Eltern schreibt sie eine Rechnung, in der Essens- und Betreuungsgeld gesondert aufgeführt sind, da die Eltern nur die Betreuungskosten absetzen können.

Muster für eine Gewinnermittlung für die Steuererklärung sowie für eine Rechnung für die Eltern finden LAUFSTALLER in ihrem Downloadbereich“ hier im Laufstall.