Impressum AGB Kontakt Über uns Partner Hilfe
Das Portal für Kindertagespflege
Home
Tagespflegezentrale
Betreuungsstellen-Angebote Betreuungsstellen-Gesuche
Termine & Veranstaltungen
Tipps & Infos
Neues zur Tagespflege
Mit Kindern leben
Mitreden
Mein Laufstall
Mitglied werden
Anmelden
Link: Neues zur Tagespflege

Mit Kindern leben

Gesundheit - Erziehung durch Reiten?
 title=
Mit Kindern leben
Erziehung durch Reiten?
Fußfehlstellungen bei Kindern
Gesund bleiben! Tipps
Gesundheitsportale
Hausapotheke
Milchzähne
Sanfte Medizin
Sicherheit in Haus und Garten
Zahnpflege
Mitglieder dürfen auch gerne individuelle Fragen an das Laufstallteam schicken.
Melden Sie sich hierfür bitte an:
Anmeldung
 title=
Ausbildung und Verbesserung positiver Charaktereigenschaften, Soziale Kompetenz
Das ist ein Begriff, den man kaum noch umgehen kann. Eine Definition besagt „soziale Kompetenz“ sei die „Fähigkeit zwischenmenschlich und gesellschaftlich moralisch handeln und kommunizieren zu können“.
Voraussetzung dafür ist die Ausbildung bestimmter Eigenschaften, auf die ich im Einzelnen noch eingehe, und kurz erkläre, wie diese durch den Umgang mit dem Pferd positiv beeinflusst werden können.

Vertrauen und Selbstvertrauen
Pferde werden gerne als geduldige und vertrauensselige Zuhörer gesehen.
Gerade Kinder, denen es schwer fällt, sich zu öffnen, oder die sich Erwachsenen nicht „anvertrauen“ wollen oder können, werden durch das „verschwiegene Pferd“ motiviert.
Der „Dialog“ mit dem Pferd oder auch die nonverbale Verständigung können helfen, Störungen zwischenmenschlicher Beziehungen zu mildern und später auch den Aufbau stabiler Beziehungen zu erleichtern.
Das Kind ist dem Partner Pferd gegenüber unvoreingenommen, weil es noch keine schlechten Erfahrungen gemacht hat. Das Pferd kann auch durchaus als großer starker Freund gesehen werden, und hilft so, das eigene Selbstvertrauen zu stärken.
Ein Gefühl der Geborgenheit entsteht durch die intensive Körperwärme des Tieres und das Getragenwerden. Der Schritt des Pferdes wirkt dabei beruhigend auf die Kinder. Die schnelleren Gangarten vermitteln ein Hochgefühl von Kraft und Freiheit.

Beim Umgang mit dem Pferd zeigt einem oft das Tier selbst, wenn man Fehler macht. Es reagiert auf das Verhalten des Kindes. Das verbessert die Selbstwahrnehmung und schärft das Bewusstsein darüber, dass das eigene Handeln Konsequenzen hat.
Dabei sind die jungen Reiter oft eher bereit, eigene Fehler zu sehen, einzugestehen und daran zu arbeiten, als im Umgang mit Menschen. Das Pferd reagiert direkt durch Verweigerung oder Ungehorsam auf inkonsequentes oder falsches Verhalten des Kindes. Dabei können die Kinder aber auch lernen, ihre eigenen Interessen zu erkennen und zu formulieren. Erfolge, die sie im Umgang mit den Pferden haben, steigern das Selbstwertgefühl.
Aufgaben, wie ein Geschicklichkeitswettbewerb oder Turniere mit dem Pferd, helfen, Prüfungsängste zu überwinden. Durch das Vertrauen zum Tier fällt es leichter, Angstgefühle zu besiegen. Außerdem lernen die Kinder, Ruhe zu bewahren und sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren.

Da im Reitstall spielerisch gelernt wird, existiert keine Verbindung mit der Schule, wo Kinder oft mit Leistungsdruck oder unangenehmen Erfahrungen umgehen müssen.

Einfühlungsvermögen und Beobachtungsgabe
Pferde drücken sich über ihre eigene Sprache aus. Damit man mit seinem „Liebling“ korrekt umgehen kann, muss man diese zumindest z. T. erlernen. Es wird das Aufnahmevermögen und die Fähigkeit, Situationen zu begreifen, gefördert. Dabei vereinfacht es die Direktheit der Pferde, die gemachten Erfahrungen zu verstehen.
Die ehrlichen Reaktionen des Pferdes auf das eigene Verhalten sind „gute Lehrer“. Jeder Mensch hat eine angeborene Fähigkeit, auf Körpersprache zu reagieren. Diese ist zwar sehr hilfreich im Leben, wird aber kaum gefördert.
Auch das Erkennen von Problemen wird im täglichen Umgang mit dem Pferd geschult.

Häufig sind es gerade die schüchternen und zurückhaltenden Kinder, die sich besonders gut in andere Tiere oder Menschen hineinversetzen können. So können diese Kinder zu einem ungewohnten Erfolgserlebnis kommen, was ihnen in der Schule vielleicht nicht immer gelingt.

Manche Reitställe bieten für Kinder auch Rollenspiele im Rahmen des Reitunterrichts an, um sich besser in das Pferd hineinversetzen zu können.

Gemeinschaftssinn und Teamfähigkeit
Gerade am Anfang einer „Reiterkarriere“ ist man auf Hilfe und Anleitung angewiesen. Viele Sachen lassen sich gemeinsam schneller und angenehmer erledigen, wie z. B. das manchmal unbeliebte Stallausmisten.
Aber schon bald erkennen die Kinder, dass man einige Dinge zwar selbst machen muss, aber das andere auch dabei helfen können. Man muss sich selbst beim Pferd durchsetzen, kann aber dabei von der Erfahrung anderer profitieren. Sich Ratschläge zu holen, zu bewerten und im eigenen Sinn umzusetzen, ist dabei ein wichtiger Aspekt. Die Kinder lernen auch, zu erkennen, wann sie ihren Freunden oder ihrem Pferd mal helfen können.

Auch die Fähigkeit, im Team zu kooperieren, wird gebraucht. Wenn eine Gruppe von Kindern mit einem Pferd arbeitet, müssen dem Pferd trotzdem eindeutige Signale und Befehle gegeben werden. Dabei müssen die Gruppenmitglieder lernen, sich zu organisieren und untereinander abzustimmen. Fast zwingend erforderlich ist die Bereitschaft, sich untereinander auszutauschen, wenn Probleme gelöst werden müssen.
Das Pferd kann durchaus auch in eine bestehende Gruppe eine ganz neue Dynamik bringen, weil es bestimmte Verhaltensweisen der Kinder anders belohnt, als es das vielleicht sonst gewohnte Umfeld macht.

Gerade Kinder, die sich einsam fühlen, empfinden es natürlich als besonders schön, vom Pferd angenommen und gebraucht zu werden. Oft entstehen durch das gemeinsame Hobby außerhalb der Schule intensive Freundschaften mit anderen Kindern.

Respekt und Hilfsbereitschaft
Ein Pferd ist darauf angewiesen, dass es gefüttert, gepflegt und im Verletzungsfall von uns behandelt wird. Das fördert allgemein die Handlungskompetenz.

Im Stall nehmen Kinder i.d.R. gerne Ratschläge entgegen, wenn es um das Wohl „ihrer“ Pferde geht. Vielleicht nehmen sie ja auch etwas von der Achtung, die sie ihrem Reitlehrer entgegenbringen, mit in die Schule.

Kinder lernen auch, Rücksicht zu nehmen. Vielleicht gibt es ja ein älteres Pferd, das, nicht mehr so gut mithalten kann oder besondere Aufmerksamkeit braucht. Oder die Freundin traut sich noch nicht so viel zu, wie man es sich wünschen würde. Gerne sind die Kinder bereit sich untereinander zu helfen, vielleicht beim Putzen und Satteln der Pferde, wenn ein toller gemeinsamer Ausritt lockt.

Das Hobby im Freien in Verbindung mit den Tieren lehrt natürlich auch den Respekt vor Tier und Natur und fördert Verständnis und Mitgefühl für Menschen und Lebewesen.

Gewaltloses Handeln und Verantwortungsgefühl
Es nützt überhaupt nichts, dem Pferd laut hinterher zurufen, wenn es sich gerade selbstständig gemacht hat, weil der Knoten im Anbindestrick nicht fest war.
Noch weniger hilft es, die Freundin dafür verantwortlich zu machen und sie anzumeckern. Nervosität oder Aggressivität führen nicht zum Ziel, da die sensiblen Pferde auf diese Gefühle irritiert oder verängstigt reagieren.
Instinktiv weiß man, dass es Erfolg versprechender ist, sich mit der Freundin zusammenzutun und das entlaufene Tier mit Ruhe und Plan wieder einzufangen. Solche kleinen Missgeschicke stärken das Verantwortungsgefühl und erhöhen nebenbei auch die Reaktionsfähigkeit.

Das Pferd ist immer auf der Suche nach Führung und schließt sich gerne dem Pferd oder Menschen an, der ihm Sicherheit und Leitung anbietet. Es vertraut sich dem Reiter an, der konsequent, gewissenhaft und ruhig mit ihm umgeht.
Diese Verantwortung lehrt den Reiter, beim Pferd die Führung zu übernehmen.

Pferde, wie die meisten Tiere und Menschen, lernen am besten durch positive Verstärkung. Ein Kind kann hier also erfahren, was es heißt, positive Verstärkung zu erhalten und sie anzuwenden. Die jungen Reiter lernen, Verantwortung für ihr Handeln zu tragen und zu erkennen, dass jedes Handeln auch eine Konsequenz hat, ob im Guten oder im Schlechten.

Darüber hinaus lernen die Kinder, ihre eigenen Gefühle zu erkennen und damit umzugehen. Wenn ein Kind z.B. wütend auf den Lehrer ist, und diese Wut am Pferd auslässt, wird das Pferd nervös und ablehnend reagieren. Das Kind wird schnell merken, dass es nicht gerecht war. Kein kleiner Reiter wäre glücklich, wenn sich sein tierischer Freund abwendet.