1. Kinder und Haustiere
IVH Ratgeber Eltern / Kinder: Kinder brauchen Tiere
"Wau-Wau" für den Hund ist eines der ersten Wörter, das kleine Kinder lernen. Nicht nur zum Hund, auch zu Katze, Wellensittich oder Zierfisch bauen sie schon sehr früh eine Beziehung auf. Wenn Kinder zu entscheiden hätten, gäbe es in jedem Haushalt einen kompletten Zoo mit den verschiedensten Tierarten. Ärzte, Pädagogen und Psychologen machen zunehmend darauf aufmerksam, wie wichtig der Kontakt zu Tieren - insbesondere Heimtieren - für die Entwicklung von Kindern ist:
-Kinder erfahren, wie durch ihre Zuneigung und Fürsorge ein Tier zutraulich und anhänglich wird.
-Kinder lernen die Bedürfnisse ihres Tieres kennen, auf es einzugehen, Verantwortung zu "üben" und Rücksicht zu nehmen.
-Kinder, die mit Tieren aufwachsen, entwickeln oftmals ein aufmerksameres Verhältnis zur Umwelt. Denn durch das tägliche Zusammenleben mit dem eigenen Tier erfahren sie, wie sehr dieses, aber auch die gesamte Umwelt, von Verständnis und Ver- halten des Menschen abhängig sind.
-Kinder, die mit Tieren groß werden, sind sozialer und toleranter ihren Mitmenschen gegenüber. Man hat sogar festgestellt, daß sie weniger aggressiv und weniger nervös sind als Kinder, die keinen Kontakt zu Tieren haben.
2. Tierliebe schon im frühesten Kindesalter
Zahlreiche Psychologen, Pädagogen und Eltern plädieren dafür, daß ein Kind in eine Familie hineingeboren wird, zu der schon ein oder mehrere Heimtiere gehören. Denn Tiere in der unmittelbaren Umgebung des Kindes unterstützen dessen Entwicklungsprozeß in einem hohen Maße.
Tiere gehören zu den ersten "Dingen", die ein Kleinkind in seiner Welt wahrnimmt. So wie es sich mit Menschen und Dingen nach und nach vertraut macht, die nicht zu seiner engsten Umgebung gehören, wird es sich auch bald an ein Heimtier annähern und das Tier bald als eine Art Familienmitglied akzeptieren. In erster Linie suchen - und finden - die Kleinsten in einem Tier Geborgenheit und Sicherheit. So hilft zum Beispiel ein lebendiges, kuscheliges Tier, Trennungsängste - zum Beispiel, wenn die Eltern das Kind zeitweise alleine lassen - besser zu ertragen. Auch kann ein Hund, eine Katze oder ein anderes Heimtier einem Kind helfen, erste Probleme zu bewältigen. Etwa die Eifersucht bei der Geburt eines Geschwisterchens oder die Überwindung von Schuldgefühlen, wenn es sich nicht an elterliche Verbote gehalten hat.
Pädagogen und Psychologen haben beobachtet, daß Kinder mit Heimtieren umsichtiger und weniger aggressiv sind als ihre Altersgenossen ohne Heimtiere. Wachsen Kinder mit einem oder mehreren Heimtieren auf, eignen sie sich von Anfang an - sogar spielerisch - soziales Verhalten an. Sie lernen Verantwortung zu übernehmen und andersartige Lebewesen zu respektieren.
3. Tiere haben positiven Einfluß auf Kinder
Immer mehr Kinderpsychologen und -ärzte, aber auch Lehrer und Eltern erkennen, wie wichtig für Kinder der Kontakt zu Tieren ist. Man hat beobachtet, daß Kinder, die mit Heimtieren aufwachsen, umsichtiger und weniger aggressiv mit ihren Altersgenossen umgehen als Kinder, die keinen Kontakt zu Tieren haben.
Egal, ob sie mit einem Hund spielen und toben, eine Katze streicheln, Meerschweinchen oder Aquarienfische füttern oder mit dem Wellensittich Zwiesprache halten: Beim Umgang mit Heimtieren lernen Mädchen und Jungen spielerisch soziale Verantwortung und den Respekt vor anderen Lebewesen.
Schon Kleinkinder nehmen Tiere wahr. Wächst ein Kind in einer Familie mit Heimtieren auf, wird es diese schon ganz früh als natürliche Familienmitglieder ansehen und akzeptieren. Kinder und Tiere haben eines gemeinsam: ihre Spontanität. Sie gehen unbefangen und ohne Vorurteile aufeinander zu und zeigen ihre Sympathie füreinander. Schon die Kleinsten finden bei einem Tier Geborgenheit und Sicherheit. Oftmals sehen sie Tiere als Partner an, die ihre Probleme besser verstehen als die Erwachsenen. Tiere können Kindern über ihre Ängste hinweghelfen und ihren Kummer hinwegtrösten. Alleine ihre Anwesenheit gibt dem Kind Vertrauen und vermittelt den Eindruck, daß das Tier teilnahmsvoll zuhört.
Für die Kleinsten eignet sich am besten ein großer, gutmütiger und vor allem gut erzogener Hund. Ein Meerschweinchen oder eine Katze kann man Kindern schon im Vorschulalter anvertrauen. Jungen und Mädchen im Grundschulalter - am besten ab 7 oder 8 Jahren - können ein Zwergkaninchen oder ein Wellensittich-Pärchen betreuen. Aquarien sind in der Regel erst für 10-12jährige interessant und Goldhamster aufgrund ihrer Nachtaktivität ebenfalls erst für ältere Schulkinder und Jugendliche.
4. Heimtiere wichtig für Kinder
Tiere aller Art sind ein wichtiger Bestandteil der kindlichen Welt und bestimmen die Entwicklung eines Kindes entscheidend mit. Dies bestätigen Wissenschaftler aus aller Welt. Das erklärt auch, warum Tierbücher, -geschichten, -comics, und -filme bei Jungen und Mädchen so beliebt sind. Aber das größte Glück ist für die meisten Kinder, wenn sie ein Tier ihr eigen nennen dürfen.
In unserer Gesellschaft haben Kinder es nicht leicht. Sie werden oftmals schon früh mit dem Alleinsein (Schlüssel- und Einzelkinder) konfrontiert, mit Schulstreß und Alltagshektik. Obwohl Eltern und Geschwister in der Regel die wichtigsten Bezugspersonen sind, können Heimtiere wichtige Funktionen übernehmen. Meerschweinchen, Wellensittiche, Katzen oder Hunde sind für ein Kind Begleiter, Spielkameraden, Gesprächspartner, und Tröster zugleich.
Heimtiere können aber auch als Miterzieher einen positiven Einfluß auf die Entwicklung von Kindern nehmen. Reinhold Bergler, Direktor des Psychologischen Institutes an der Universität Bonn, hat Lehrer, Psychologen, Väter und Mütter zu ihren Erfahrungen hierzu befragt. Fazit: Kinder lernen nicht nur andere Lebewesen zu respektieren, sie erfahren auch, was es bedeutet, Verantwortung für ein schwächeres, abhängiges Lebewesen zu übernehmen. Sie erlernen im Zusammenleben mit Tieren Sozialverhalten in der Gruppe, den Umgang mit Konflikten, Erfolgen und Mißerfolgen. Und nicht zuletzt bestimmt der Kontakt zu Tieren die Einstellung zu Umwelt und Natur.
geschrieben von Claudia Salfner
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lf (LAUFSTALL-Reda)